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Stand: 03.05.2017

Nachricht

Wohnprojekt

Mittendrin im ganz normalen Leben

SpatenstichAuf zum ersten Spatenstich (von links): Uwe Hardt, Vorstand des Caritasverbandes Stuttgart, Beate Lachenmaier, Bereichsleiterin Behindertenhilfe, Gabriele Philipp, Leiterin Wohnverbund, Stifterin Ursula Grötzinger, Heinz Wolf, Vorstand Caritas-Gemeinschaftsstiftung, Architektin Ilona Hocher-Brendel, Daniel Kurzius , Mörk-Bau, Sabine Eckle, Sozialbürgermeister Werner Wölfle, Projektpatin Karin Maag (MdB), Bezirksvorsteherin Andrea Klöber, Pfarrer Matthias Hambücher, städtischer Behinderten-Beauftragter Walter Tattermusch.Georg Friedel

Der Caritasverband Stuttgart lässt im Laufe des Jahres auf einem Grundstück an der Lindichstraße 6-8 ein Gebäude mit 14 Wohnungen errichten. In dem Mehrfamilienhaus sollen sieben 2,5-Zimmer-Wohnungen für Alleinerziehende oder Eltern mit Kindern und sieben 1-Zimmer-Appartements für Alleinstehende mit Handicap geschaffen werden. Im Erdgeschoss ist die Einrichtung eines Gemeinschaftsraums mit einer Küche geplant, zudem gibt es ein Spielzimmer und Büros

Am Freitag wurde der erste Spatenstich gefeiert

Ab dieser Woche sollen die Bauarbeiten für das Wohnprojekt beginnen. Am vergangenen Freitag wurde der erste Spatenstich gefeiert. Sozialbürgermeister Werner Wölfle dankte dem Caritasverband Stuttgart und auch den Unterstützern, die dieses Wohnprojekt vorangetrieben haben. Die Hälfte der Wohnungen sind für Mütter und Väter mit einer geistigen Behinderung und deren Kinder gedacht, die den Wunsch haben, in einer eigenen Wohnung zusammen zu leben, aber auf Unterstützung angewiesen sind. Die Betreuung erfolgt ambulant im Haus. Es gehe um Begriffe wie "selbstbestimmtes Leben" und "Inklusion", sagte Projekt-Patin Karin Maag. Die CDU-Bundestagsabgeordnete betonte, diesen Auftrag gelte es nun hier vor Ort mit Leben zu füllen. Den bisher habe dieser wichtige Mosaikstein für Menschen mit Handicap in Stuttgart gefehlt. Bis dato befand sich nämlich die nächstgelegene Einrichtung für behinderte Mütter oder Eltern mit Kind in Aalen. Umso wichtiger ist das nun neu geschaffene Angebot. Bei dem Modell gehe es darum, die Mütter oder Eltern so zu unterstützen, dass ein weitgehend selbstbestimmtes Familienleben im Einklang mit dem Wohl des Kindes möglich sei, so Maag.

Etwa drei Millionen Euro werden in das Bauprojekt investiert

Bürgermeister Wölfle hob als weiteren Aspekt hervor, wie wichtig es ist, dass ein solches Projekt "mittendrin im ganzen normalen Leben" angesiedelt sei. Er dankte in diesem Zusammenhang der früheren Eigentümerin Sabine Eckle, die das Grundstück ganz bewusst dem Caritasverband für die Schaffung von sozialem Wohnraum zur Verfügung gestellt hatte: "Was hätte man hier für einen Preis erzielen können", sagte Wölfle. Doch statt maximalen Gewinnstreben habe die Vorbesitzerin die "Maximierung der Nächstenliebe" betrieben.

Sabine Eckle war früher selbst beim Caritasverband beschäftigt. Sie betonte, das neu entstehende Wohnprojekt solle im Gedenken an ihren verstorbenen Bruder "Peter-Eckle-Haus" heißen. Rund drei Millionen Euro wird das Bauvorhaben voraussichtlich kosten. Es wird aus Stiftungsgeldern finanziert. Etwa 250 000 Euro steuert die Aktion Mensch bei. Der verbleibende Betrag werde etwa jeweils zur Hälfte durch die Caritas Gemeinschafts-Stiftung und durch die Grötzinger-Stiftung finanziert, sagte Beate Lachenmaier, Bereichsleiterin der Caritas-Behindertenhilfe. Die Bauarbeiten sollen Ende Mai 2018 abgeschlossen sein: "Anfang Juni 2018 können voraussichtlich die ersten Bewohner einziehen", sagte Lachenmaier.

Architektin Ilona Hocher-Brendel betonte, dass sich die Höhe des Gebäudes an der umgebenden Bebauung orientiere. 700 Quadratmeter beträgt die Gesamtfläche. Alle Wohnungen seien barrierefrei und mit einem Aufzug erreichbar.

Eine nächtliche Bereitschaft im Haus werde es nur zu Beginn geben, sagte Gabriele Philipp, zukünftige Hausleiterin. Die Bedenken einiger Anwohner, dass die Lindichstraße zugeparkt werde, wenn der Betrieb des Hauses beginne, kann sie nicht teilen. Keiner der Bewohner werde einen Führerschein haben, sagte Philipp. Und mit dauernden Besuchen sei nicht zu rechnen. Für Mitarbeiter-Fahrzeuge sollen drei Stellplätze geschaffen werden. Die Nachfrage nach den Wohnungen sei bereits jetzt groß: "Es gibt viele Interessenten."

Artikelveröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der Stuttgarter Zeitung.

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